1 Region - 3 Weine

26.01.2018

Kaum eine französische Weinregion bietet eine ähnliche Vielfalt wie die Loire. Entlang des letzten ungezähmten Stroms Westeuropas finden sich viele spannende Rebsorten, talentierte Winzer und einzigartige Terroirs. Probieren Sie diesen Samstag drei faszinierende Weißweine von drei unserer Top-Winzer!

Die Domaine Bertin-Delatte bewirtschaftet eine Rebfläche von insgesamt rund 3 ha rund um Rablay-sur-Layon. 2001 legten Nicolas und Geneviève ihre Weingärten selbst an und fokussierten sich dabei ganz auf Chenin Blanc. Von Beginn an verschrieben sich die beiden streng biologischen Richtlinien bei der Bewirtschaftung ihrer Pflanzen. Die Böden der Region sind sehr karg, mit einem hohen Kalkgehalt. Die Bodenauflage ist äußerst dünn. Die Reben hier wurzeln direkt auf dem felsigen Untergrund. Das Ergebnis sind Weine mit hoher Mineralität. L’Echalier ist der wichtigste Wein der Domaine, der den Stil und das Terroir von Bertin-Delatte am komplettesten widerspiegelt.

Hervé Villemade übernahm die elterliche Domaine du Moulin Mitte der 1990er Jahre. Diese liegt in der Region Cheverny. Die Reben wachsen hier größtenteils auf den berühmten Silex-Böden (sandige Lehmböden mit hohem Feuersteingehalt). Hervé weitete das Weingut kontinuierlich auf heute rund 25 ha aus. Bereits im Jahr 2000 erfolgte die Bio-Zertifizierung für die gesamte Rebfläche! Die Weingärten wurden größtenteils mit klonfreiem Material aus einer Massale Selection bestockt. Im Keller hält sich Hervé weitestgehend zurück. Die Trauben werden schonend und ohne Zusatzstoffe in Betoneiern und großen Holzfässern verarbeitet. Vor der Abfüllung filtriert Villemade seine Weine nicht und setzt nur minimal SO2 zu. Les Saules wird zu 100% aus der Romorantin-Traube vinifiziert und in Betontanks ausgebaut.

2007 startete Alexandre Bain sein eigenes Weingut. Aktuell vinifiziert er folglich seinen achten Jahrgang. Schon sein Großvater hatte in der Gegend Wein angebaut, dies allerdings im Rahmen der damals hier üblichen Mischbetriebe. Inspiriert von seinem Mentor Mathieu Coste arbeitete Bain von Beginn an unter strengem Verzicht auf chemische und synthetische Hilfsmittel. Auch Kupfersulfit kommt nur in Ausnahmesituationen zum Einsatz. Stattdessen machte er sich früh einige Erkenntnisse der Biodynamie zunutze. Gemeinsam mit seinem Freund Sebastien Riffault ist er zudem Mitglied in der Winzervereinigung AVN. Riffault war es auch, der Bain darauf brachte, seine Weingärten ausschließlich mit dem Pferdepflug zu bewirtschaften. Die Sauvignon Blanc Reben für Alexandres wichtigsten Wein "Pierre Précieuse" stehen auf Portlandium-Kalk.  Die Ernte erfolgt stets und ausschließlich manuell. Vergoren wird ausschließlich mit natürlichen Hefen. Nach Abschluss der Gärung baut Bain seine Weine in Holzfässern verschiedener Form und Größe aus. Neben 1200L Fässern eines italienischen Produzenten kommen auch gebrauchte Barriques aus dem Burgund sowie alte Bierfässer aus dem Jahr 1945 zum Einsatz. Bain versucht grundsätzlich, bei der Erzeugung seiner Weine die Verwendung von SO2 so gering wie möglich zu halten. Nur bei Weinen mit spürbarer Restsüße setzt er bei der Abfüllung maximal 10mg/L zu.  Auf die Filtration und Schönung seiner Weine verzichtet Alex ebenfalls weitgehend.