Neu: Wasenhaus
Zwei Freunde mischen Baden auf

01.08.2018

Wasenhaus ist das gemeinsame Projekt von Alexander Götze und Christoph Wolber. Beide sind Quereinsteiger und kamen eher über Umwege zum Wein. Sie haben vieles gemeinsam und sind nicht zuletzt deswegen auch angetreten, um die badische Weinszene durcheinanderzuwirbeln.

Während seines Studiums finanziert sich Alexander seinen Lebensunterhalt durch die Arbeit für verschiedene sächsische Weingüter. Fortan interessiert ihn das Weinmachen so sehr, dass er ein Praktikum in der Toskana dranhängt und schließlich im Burgund landet. Dort klopft er an die Tür von Pierre Morey in Meursault, der ihm schließlich eine Lehrstelle bei sich im Betrieb anbietet. Parallel tritt Alexander ein 18 monatiges Önologiestudium in Beaune an.

Auch Christoph ist zur gleichen Zeit im Burgund. In Staufen im Markgräfler Land aufgewachsen, ist ihm das Thema Wein praktisch in die Wiege gelegt. Die Faszination für die Weine aus dem Burgund ist auch für Christoph der Startpunkt in das Winzerdasein. Auch bei ihm geht zunächst alles mit einem Praktikum los. Der ebenfalls in Meursault ansässige Bernard van Berg ermöglicht es ihm und vermittelt ihn später sogar weiter an die weltberühmte Domaine Leflaive. Anschließend folgt eine Stage bei Comte Armand, wo Christoph Einblicke in die Produktion roter Burgunder erhält.

Auch Alexander zieht nach seiner Zeit bei Pierre Morey weiter. Für nun insgesamt schon über 5 Jahre heuert er bei der Domaine de Montille in Volnay an. 

Als Mitbewohner und Freunde schmieden die beiden Pläne für den Aufbau eines eigenen gemeinsamen Weinguts in Deutschland. Insbesondere in Christophs Heimatregion gehen sie auf die Suche nach geeigneten Parzellen und wählen diese akribisch aus. An den Hängen des Ehrenstettener Oelbergs, der nicht zuletzt durch Henrik Möbitz hohes Ansehen genießt, sowie im benachbarten Ehrenkirchener Kirchberg werden die beiden fündig. Hier konnten sie im Laufe der vergangenen Jahre Parzellen mit teilweise sehr alten Reben übernehmen. Ihre Trauben bilden die Basis für die Spitzenspät- und Weißburgunder von Wasenhaus. Hinzu kommen zugekaufte Trauben befreundeter Betriebe mit ähnlicher Philosophie. Sie finden bei der Erzeugung des Gutedels sowie des Basis-Spätburgunders Verwendung. 2016 war der erste Wasenhaus-Jahrgang.

Noch ist der Betrieb allerdings klein. Nur wenige Flaschen werden produziert. So kommt es, dass Alexander nach wie vor unter der Woche bei der Domaine de Montille arbeitet und sich am Wochenende dem gemeinsamen Projekt Wasenhaus widmet. 

Wasenhaus ist ein sehr arbeitsintensives Unterfangen. Sämtliche Lagen werden in reiner Handarbeit und möglichst naturnah bewirtschaftet. Weingärten und Terroirs scheinen perfekt zu diesem Ansatz zu passen!

Auch im Keller spielt die reine Technik eine untergeordnete Rolle. So durchlaufen die Spätburgunder eine klassische offene Maischegärung in alten gebrauchten Holzbottichen. Die Trauben für beide Weißweine werden zunächst behutsam mit einer Spindelpresse gepresst in anschließend in gebrauchten Holzfässern ausgebaut. Bei der Abfüllung ihrer Weine verzichten Alexander und Christoph weitestgehend auf den Zusatz von SO2. 

Schon jetzt zeigt Wasenhaus, dass ein konsequenter naturnaher Ansatz Weine von faszinierender Tiefe und Energie hervorbringen kann. Dabei haben Alexander und Christoph stets die Qualität ihres Traubenmaterials und die Transparenz ihrer Weine im Blick. Eine Philosophie, mit der es schon jetzt gelingt, das riesige Potential ihrer Terroirs auf die Flasche zu bringen.