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Domaine Bourgeois-Diaz

Am westlichen Zipfel des Marne-Tals, keine 45 Zugminuten östlich der Pariser Gare de l’Est liegt das Familienweingut Bourgeois-Diaz. Jérôme Bourgeois ist Winzer in vierter Generation. Nachdem seine Familie über viele Jahre die eigens angebauten Trauben an die örtliche Kooperative geliefert hatte, beschloss er fortan die Trauben selbst zu Champagner zu verarbeiten. Dieser Entschluss fiel 2002 nach Jérômes Rückkehr ins elterliche Weingut. So wurde der 2001er Jahrgang zur Prämiere für Bourgeois-Diaz.

Das Weingut befindet sich in Crouttes-sur-Marnes, ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Paris und Reims. Hier gibt die Pinot Meunier den Ton an. Eine Rebsorte, die – obwohl Teil der klassischen Champagner-Cuvée – zunehmend in den Hintergrund tritt. Insbesondere die sich rasch wandelnden klimatischen Bedingungen, ein in der Champagne stark verspürter Effekt der globalen Erwärmung, sorgen für eine gesteigerte Anfälligkeit gegenüber Krankheiten. Pinot Noir und Chardonnay erweisen sich da als ein wenig robuster.

Nachdem Jérôme 2005 erstmals mit dem Thema vins naturels in Kontakt kam, reifte in ihm der Gedanke, die insgesamt 8,5 ha Rebfläche der Domaine, verteilt auf 30 Parzellen, in die biodynamische Wirtschaftsweise zu überführen. Nachdem er sich diesbezüglich hinreichend schlau gemacht hatte, begann er 2009 mit der konsequenten Umsetzung seines Plans, den er heute längst in die Tat umgesetzt hat. Die Zertifizierung erfolgte 2015. Bourgois-Diaz ist eines der wenigen Champagner-Häuser, deren Weingärten vollständig biodynamisch bewirtschaftet werden. 

Bestockt sind die Rebflächen der Domaine in der für die Champagne üblichen Dichte von bis zu 10.000 Pflanzen pro Hektar. Die Rebsorten sind scharf nach Bodenbeschaffenheit getrennt angebaut. So wächst der Chardonnay des Hauses ausschließlich auf kalkhaltigen Böden. Pinot Meunier und Pinot Noir wiederum gedeihen auf sandigen Lehmböden. Im Durchschnitt sind Jérômes Reben rund 40 Jahre alt. Die Weingärten werden ausschließlich von Hand bewirtschaftet. Dabei erfolgt jeder Schritt mit großer Sorgfalt und zeitlicher Reflexion.

Ein naturnaher Ansatz, der selbst verständlich auch in den Keller hinein getragen wird. So werden die manuell gelesenen Trauben zunächst besonders behutsam in einer traditionellen Coquard Presse aufgeschichtet und behutsam in zwei Gängen gepresst. Nach dem Pressen werden sämtliche Weine nach Rebsorten getrennt spontan mit wilden Hefen in Edelstahltanks und gebrauchten großen Holzfässern vergoren. In Ausnahmefällen fügt Jérôme vor dem Pressen der jeweiligen Maische 1-2g SO2 zu.

Der anschließende Ausbau der Grundweine erfolgt in verschiedensten Medien. Neben Edelstahl und alten Holzfässern kommen auch Betontanks sowie Tongefäße zum Einsatz. Nach dem Einleiten der zweiten Gärung verbleiben sämtliche Cuvées zwischen 20 und 24 Monaten auf der Hefe sur lattes. Für die Einleitung der zweiten Gärung verwendet Bourgeois-Diaz stets selektierte eigene Hefen. 

Aktuell führen wir drei Cuvées aus dem Hause Bourgeois-Diaz. „3 C“ ist der Einstiegswein der Domaine und eine Cuvée aus Pinot Meunier, Pinot Noir und Chardonnay. „N“ ist ein Blanc de Noirs aus 60% Pinot Noir und 40% Pinot Meunier. „M“ ist der Spitzenchampagner der Domaine und ein reinrebsortiger Pinot Meunier.

Alle drei Champagner sind Brut Nature, d.h. ohne Dosage abgefüllt. Sie zeichnen sich durch eine extrem elegante Perlage und eine druckvolle Frische auf. Während sich „3 C“ als hervorragende Allrounder präsentiert, zeichnet sich „N“ durch seine feinsalziger Textur und „M“ durch ein faszinierendes Spiel zwischen kantiger Mineralität und feinster Oxidation aus.