Bories 2
Bories

Domaine Bories Jefferies

2003 verbrachte der junge Engländer Joseph Jefferies einen Sommer in Südfrankreich. Im Languedoc, nahe der Ortschaft Caux, half er Freunden ein Haus zu renovieren. Er verliebte sich in die Landschaft und in seine zukünftige Frau Amandine, deren Vater ein paar Hektar Weinberge in der Region besaß.

Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Joe als Journalist für ein Fahrradmagazin. Das Leben im Einklang mit der Natur, die Freiheit, Kreativität und Intensität des Winzerdaseins reizten ihn jedoch sofort. Schnell begann er damit, sich als Autodidakt tief in die Materie des Weinmachens einzuarbeiten.

Die Besonderheiten des Terroirs bei Caux wurden im sofort bewusst. Die Weinberge, die Jefferies von Amaldines Vater übernehmen konnte, befinden sich allesamt auf Basaltböden vulkanischen Ursprungs. Sehr ungewöhnlich für die Region. Auch sind sie ausschließlich mit den autochthonen Rebsorten der Region bestockt. Darunter einige sehr seltene, fast verschwundene Sorten.

Hilfe und Inspiration fand der Jungwinzer schnell bei benachbarten Winzern wie Bernard Bellahsen (Domaine Fontedicto) oder Rémi Poujol (ebenfalls in unserem Sortiment vertreten). Beide haben sich bereits vor Jahren dem vin naturel verschrieben und besitzen einen großen Erfahrungsschatz, was dessen Herstellung betrifft. An ihren Weinen faszinierte Jefferies vor allem deren Kompromisslosigkeit, Stimmigkeit sowie ihr hohes Maß an handwerklicher Präzision.

Für Joe stand es daher von Beginn an außer Frage, dass er seine Weine naturnah und unter Verzicht auf chemische oder synthetische Hilfsmittel erzeugen würde. Gezielt pflanzte er weitere Wingerte auf vulkanischem Terroir und weitete dadurch die Betriebsgröße sukzessive auf heute ideale 4,3 ha aus. Sämtliche Neupflanzungen stammen aus einer massale selection der alten Sorten.

Neben seiner Frau steht Joe auch sein Vater tatkräftig zur Seite. Sooft er kann reist der aus Birmingham stammende Aston Villa-Fan an, um seinem Sohn bei den Arbeiten in den Weingärten zu helfen. Dort herrscht reine Handarbeit. Aus Rücksicht auf das natürliche Gleichgewicht in seinen Weinbergen versucht Joe neben der Chemie auch weitgehend auf den Einsatz von Maschinen zu verzichten. Viele zusätzliche Stunden Arbeit an den Pflanzen entstehen auf diese Weise.

Dennoch, Jefferies ist Perfektionist und überlässt nichts dem Zufall. Auf insgesamt 2,8 ha kultiviert er Grenache Noir und Grenache Blanc. Diese Parzellen sind exakt auf einem erkalteten Lavastrom ausgerichtet. Die Reben hier sind durchschnittlich 30 Jahre alt. Carignan, Terret und Marsanne wurzeln auf mit Basaltbrocken durchsetzten Kiesböden links und rechts des Lavastroms. Die ältesten Reben sind rund 70 Jahre alt. Auf  ähnlichen Bodenformationen setzte Joe zudem weitere 1,5 ha Grenache Noir, Grenache Gris und Cinsault.

Joseph erntet sehr niedrige Hektarerträge von durchschnittlich 20 hl. Sämtliche Trauben werden von Hand gelesen und in kleinen Kisten zum Weingut transportiert. Letzteres ist heute vollständig Ecocert-zertifiziert.

Auf dem Weingut angekommen erfolgt bei den Weißweinen zunächst eine Ganztraubenpressung. Nach einem kurzen Maischekontakt wird die Maische aussortiert und der unfiltrierte Most für die alkoholische Gärung in einen Gärbottich gefüllt. Nach dem natürlichen Absetzenlassen der Trubstoffe folgt die Spontanvergärung des Mosts. Auf die Steuerung der Gärtemperatur verzichtet Jefferies dabei gänzlich. Nach Abschluss der alkoholsichen Gärung baut Joe seine Weißweine für weitere acht Monate auf der Vollhefe in alten Holzfässern aus.

Für den Rotwein füllt er zunächst die ganzen Trauben inklusive Rappen in ein Gärgebinde. Carignan und Grenache werden gemeinsam eingemaischt und co-vergoren. Zu Beginn der Gärung stößt er regelmäßig den Tresterhut unter. Insgesamt erstreckt sich diese sanfte Mazeration über rund einen Monat. Dann wird der Pressmost hinzugefügt und der Wein ebenfalls für acht Monate auf der Feinhefe in gebrauchten Holzfässern ausgebaut.