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Domaine Didier Grappe

Didier Grappe macht Musik. Gemeinsam mit ein paar Freunden spielt er hobbymäßig als Bassist in einer Band. Regelmäßig treten sie in Bars im gesamten Jura auf. Für Didier sind diese Auftritte günstige Momente, um mal raus zu kommen.

Seit 2007 führt Didier sein eigenes Weingut. In seinem Geburtsort Saint Lothain nahe Poligny konnte er vor einigen  Jahren ein altes Bauernhaus mit geeignetem Keller erwerben. Seine Eltern waren bereits einige Jahre zuvor in eine alte Käserei ein paar Häuser weiter gezogen. Die ehemaligen Käsereifekeller sind trocken und kühl, bieten heute also ideale Bedingungen zur Lagerung von Didiers Weinen.

Didier ist im positiven Sinne ein nachdenklicher Mensch. Er reflektiert viel über seine Rolle als Winzer, die naturnahe Bewirtschaftung seine Weingärten und die Bewahrung des natürlichen Gleichgewichts. 2001 schloss er die renommierte Weinbauschule in Beaune ab. Unmittelbar danach begann er mit dem Weinbau. Zunächst arbeitete er für in paar Weingüter in der Region. Dabei konzentrierte er sich auf die Arbeit im Weinberg, pflügte Böden, setzte Reben und kümmerte sich um die Laubarbeit. 

Der exzessive Einsatz von Chemie und synthetischen Düngern war ihm dabei von Beginn an suspekt. Kein Wunder also, dass Grappe seine Weinberge unmittelbar nach der Übernahme in den biologischen Weinbau überführte. Heute ist sein Weingut durch Ecocert zertifiziert. Grappe bewirtschaftet seine insgesamt rund 4 ha Rebfläche rund um Saint Lothain im Einklang mit der Natur. Die Weingärten bieten abwechslungsreiche Bedingungen und bilden ein großes Spektrum an Terroirs ab. Sie befinden sich in insgesamt drei verschiedenen Lagen rund um den Ort.

Direkt hinter Didiers Haus, unterhalb der Kirche von Saint Lothain befindet sich En Novellin, die wohl bekannteste Lage des Ortes. Die Reben hier wachsen auf Unterböden aus Kalkstein mit einer Bodenauflage aus grauem Mergel. Grappe besitzt hier Weingräten im oberen und unteren Teilbereich des Hanges. Während im oberen Bereich Pinot Noir, Trousseau (Didier pflanzte 2013 eine Parzelle mit Trousseau á la Dame Klonen) und Chardonnay gedeihen, dominiert im unteren Teil der Savagnin.

Novellin ist mit seiner perfekten Südausrichtung Didiers wärmster Weinberg. Die trockenen und aufgelockerten Böden besitzen einen recht hohen Sandanteil und sind dementsprechend leicht zu bearbeiten. Im unteren Bereich des Novellin stehen Didiers älteste Rebstöcke. Im Durchschnitt 40 Jahre alt sind sie in sehr engen Reihen mit einem Abstand von nur 1,3m angelegt. Der Vorbesitzer arbeitete ausschließlich mit dem Pferd. Für Didier und seinen speziell angefertigten Traktor stellt der Wingert regelmäßig eine gewisse Herausforderung dar.

Auf dem gegenüber von Saint Lothain gelegenen Hügel befinden sich die jüngsten Reben der Domaine. In der Lage Longefin pflanzte Didier vor 5 Jahren einige Reihen Chardonnay. Der Weingarten wächst auf Unterböden aus verschiedenfarbigen Mergelstrukturen aus dem Lias mit einer Auflage aus dichtem Lehm. Diese Böden sind aufgrund ihrer Kompaktheit sehr schwierig zu bearbeiten. Dennoch hat das Terroir auch seine Vorteile: durch die strikte Nordausrichtung des Longefin sind die Reben hier beinahe den ganzen Tag der Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Die Trauben werden nach einem Regenschauer durch den strammen Nordwind schnell wieder abgetrocknet. Falscher und echter Mehltau sind aus diesem Grund hier kaum ein Problem. Insbesondere für den naturnahen Weinbau ein nicht zu unterschätzender Vorteil!

Grappes dritte Lage Champs Rouges befindet sich an der südwestlichen Ortsausfahrt von Saint Lothain Richtung Darbonnay. Der Name des Weinbergs verrät es bereits: die Böden hier sind geprägt von rotem Mergel aus dem Trias, durchsetzt mit grauem Liasmergel. Dies entspricht dem Bodenprofil einiger der besten Terroirs des Jura. Champs Rouges ist perfekt nach Süden hin ausgerichtet. Der Hang fällt sanft zum Flüsschen La Brenne hin ab. Auch hier ist der kühle Nordwind zu spüren, der ins Tal der Brenne hinunterpfeift. Sehr zu Didiers Leidwesen arbeitet sein unmittelbarer Nachbar mit sämtlichen chemischen und synthetischen Mitteln, die das Repertoire des konventionellen Weinbaus bietet.

Bei der Bearbeitung seiner Böden legt Didier sein Hauptaugenmerk auf den Bereich unmittelbar unter den Reben. Hier bricht er regelmäßig die Böden auf, um diese aufzulockern und die darin enthaltenen Mikroorganismen mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Gleichzeitig bekämpft er damit auf natürliche Weise die Nährstoffkonkurrenz durch Bodenbewuchs in unmittelbarer Nähe zu den Oberflächenwurzeln der Reben. 

Zum Schutz seine Pflanzen fertigt Didier regelmäßig Tees und Exzerpte aus Heilkräutern wie beispielsweise dem Beinwell an. Diese hochkonzentrierten Tinkturen löst er in Portionen auf jeweils 200L Wasser auf und bringt diese in seinen Weingärten aus. Der hohe Siliziumgehalt dieser Auszüge verbessert die Widerstandsfähigkeit der Beerenhaut und der hohe Stickstoffgehalt des Beinwells mit diesen zu einem hervorragenden natürlichen Dünger.

Die Traubenernte erfolgt manuell und bei perfekter natürlicher Reife im Herbst. Nach dem Pressen der Trauben in einer traditionellen Korbkelter vergärt Grappe den Most spontan in Edelstahl- und GFK-Tanks. Da er auch im Keller möglichst naturnah arbeitet verzichtet er zudem auf die Chaptalisierung des Mostes, dessen Schönung und Filtration sowie weitestgehend auf den Zusatz von SO2.