Fond Cypres
Fond Cypres 2

Domaine Fond Cyprés

Als Laetitia Ourliac und Rodolphe Gianesini 1997 nahe dem Örtchen Escales bei Lézignan in der Weinbauregion Corbières über ein rund 18 ha großes, teilweise noch mit alten Reben bepflanztes Stück Land stolperten, ahnten sie noch nicht, wie sehr dieser Ort sie und sie diesen Ort verändern würden. Laetitia zog es bereits seit einiger Zeit in das Département Aude. Der Südwesten Frankreichs übt auf die Winzerin seit jeher eine große Faszination aus. Diese teilt sie neben ihrem Partner Rodolphe auch mit ihrem Vater Aimé. Letzterer zögerte folglich auch keine Sekunde und beschloss kurzerhand, den beiden bei der Rekultivierung der Weinberge zur Hand zu gehen.

Schließlich gab es sehr viel zu tun. Die Weinberge waren zuvor viele Jahre sich selbst überlassen worden. Dennoch überzeugten die an den nach Norden hin ausgerichteten in perfekte Hanglage befindlichen Weingärten sofort. Während der folgenden sechs Jahre lernten Laetitia und Rodolphe nicht nur das Weinmachen von der Pike auf, sie rekultivierten die alten überwucherten Parzellen, legten Terrassen an und pflanzten Stecklinge der lokalen Sorten Carignan, Syrah, Grenache sowie Roussanne, Viognier und Grenache Blanc. Sowohl die naturnahe Bewirtschaftung der Weingärten, als auch das zurückhaltende und bedachte Vorgehen im Keller waren ihnen dabei von Anfang an ein Anliegen.

In der Anfangszeit verkauften sie ihre gesamte Ernte an négociants in der Region. 2004 konnte dann endlich der erste Jahrgang aus eigenen Trauben abgefüllt werden. Dies war gleichzeitig der Startschuss für die Domaine Fond Cyprès. Der Name des Weinguts ist als eine Art Hommage an das zu verstehen, was die beiden bei ihrer Ankunft in Escales vorfanden: von Zypressen und Pinien eingerahmte, urwüchsige Weinberge. Schritt für Schritt arbeiteten sie in ihren Weinen die einzelnen Terroirs heraus. Dabei unumgänglich und Kernstück ihrer Philosophie: die Produktion reinrebsortiger Weine! 2010 erfolgte dann, weitere sechs Jahre später, die Bio-Zertifizierung all ihrer Weinberge.

Ihre Leidenschaft und Faszination für Vins Naturels geht auf eine lange und innige Freundschaft mit dem berühmten Winzer Fred Cossard aus dem Burgund zurück. Von ihm beziehen sie auch teilweise ihre gebrauchten Pièces, in denen sie teilweise ihre Weine ausbauen. Fred tauschte sich mit den beiden aus, erzählte von der Bedeutung von Mikroklimata sowie den Besonderheiten seiner Terroirs im Burgund. Auch kulturell waren sie mit Cossard gleich auf einer Wellenlänge, hatten ein ähnliches Verständnis von Wein. Nach einigen Besuchen Cossards in Escales fühlten sich Laetitia und Rodolphe bestätigt und bereit für das Abenteuer vin naturel. Sie besuchten fortan zahlreiche Messen und Veranstaltungen, probierten so viele Weine, wie sie konnten und informierten sich über die Besonderheiten des naturnahen Weinmachens. 

Fortan war es die Philosophie der beiden, sich streng an das traditionelle Weinmachen in der Region zu halten und mit ihren Weinen einen ursprünglichen und unverfälschten Stil verfolgen! Die Stilistik der Weine und das Terroir-getreue arbeiten zeugen ebenfalls von burgundischem Einfluss.

Jedes Jahr entstehen bei der Domaine Fond Cyprès vier verschiedene Rotweine sowie ein Weißwein. In besonders guten Jahren erzeugen Laetitia und Rodolphe zudem einen reinrebsortigen Grenache, der allerdings ausschließlich in Magnums abgefüllt wird. Im aktuellen Jahrgang 2015 erzeugten sie außerdem mit dem Premier Jus und dem Cyprès de Toi zwei Grenache-basierte Einstiegsweine, die sich durch einen gefährlichen Trinkfluss auszeichnen. Mit den Namen ihrer Weine beschreiben sie gerne die Charakteristika der Landschaften, in denen sie entstehen: 

Le Blanc des Garennes – benannt nach Wildkaninchen, die in der Region heimisch sind. Bei diesem Wein handelt es sich hierbei um eine Cuvée aus Grenache Blanc, Viognier und Rousanne. Die drei Rebsorten werden zur gleichen Zeit, jedoch bei unterschiedlichen Reifegraden gelesen. Nach der manuellen Lese folgt die Ganztraubenpressung. Anschließend wird der Most spontan vergoren und über 12 Monate in gebrauchten Pièces ausgebaut. Die Abfüllung erfolgt ohne Filtration oder Schönung und nur mit einem Minimum an zugesetztem SO2.

Le Grenache du Bois Saint Jaume – aus einem dreiseitig von Wald umrahmten Weinberg. Die  Bäume spenden Schatten und schützen die Trauben vor der Intensität der Sonne. Hier wachsen über 60 Jahre alte Grenache-Reben auf sandigen Böden. Die Ernte erfolgt manuell und in kleine Kisten. Nach Ankunft  der Trauben auf dem Weingut werden diese zunächst kohlensäuregemaischt  und anschließend spontan in gebrauchten Pièces aus dem Burgund weiter vergoren und dort schließlich über 10 Monate ausgebaut. Die Abfüllung erfolgt ohne Filtration oder Schönung und nur mit einem Minimum an zugesetztem SO2.

La Syrah de la Pinède – Aus einer von einem Pinien- und Zypressenwald gesäumten Parzelle an einem Nordhang. Dieser Weinberg wurde von Laetitia und Rodolphe vor über 15 Jahren selbst angelegt. Die Böden hier sind besonders kühl und erlauben ein langes Ausreifen der Trauben bis in den September hinein. Geerntet werden extrem niedrige Hektarerträge (35hl). Die Ernte erfolgt von Hand. Nach der Ankunft auf dem Weingut werden die Trauben entrappt. Anschließend erfolgt die Gärung mit natürlichen Hefen in gebrauchten Barriques aus dem Bordelais. Hierin wird der Wein dann auch über 10 Monate ausgebaut. Die Abfüllung erfolgt ohne Filtration oder Schönung und nur mit einem Minimum an zugesetztem SO2.

Le Carignan de la Source – Die Trauben für diesen Wein stammen aus einer zusammenhängenden Parzelle mit teilweise über 60 Jahre alten Reben, die tief in den Kalk-dominierten Böden wurzeln. Wie bei Grenache und Syrah erfolgt die Lese rein manuell und in kleine Kisten. Vergoren wird spontan in gebrauchten Pièces. Auch dieser Wein verbleibt dort anschließend über 10 Monate. Die Abfüllung erfolgt ohne Filtration oder Schönung und nur mit einem Minimum an zugesetztem SO2.

Le Corbières – Der Spitzenwein der Domaine ist eine Miaschung aus 35% Syrah, 35% Grenache und 30% Carignan. Nur die besten Fässer des jeweiligen Jahrgangs fließen in diese Cuvée ein. Fermentation und Ausbau sind deckungsgleich zu den drei anderen Rotweinen der Domaine. Auch hier erfolgt die Abfüllung ohne Filtration oder Schönung und nur mit einem Minimum an zugesetztem SO2.