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Domaine François Rousset-Martin

François Rousset-Martin stammt aus einer alten Winzerfamilie. Sein Weingut liegt in Nevy-sur-Seille, am Eingang des Vallée des Reculées, unterhalb der steilen Felswände von Château-Chalon. Die Weingärten der Familie liegen verstreut entlang der steilen Hänge des Première Plateau, der ersten Abbruchkante des Jura Gebirges. François ambitionierter Großvater hatte das Familienweingut auf seine heutige Größe von 12 ha ausgeweitet. Während sein Vater nur nebenerwerblich Wein anbaute und einen Großteil der Lagen an die örtliche Kooperative verpachtet hatte, beschloss François frühzeitig, sich voll und ganz auf die Weiterführung der Familientradition zu konzentrieren. Zunächst schloss er an der renommierten Hochschule in Beaune sein Önologiestudium ab und übernahm dann 2006 das elterliche Weingut.

Sofort begann François damit, 4,5 ha seiner besten Weingärten in einigen der hochwärtigsten und steilsten Terroirs von Château-Chalon auf naturnahe Bewirtschaftung umzustellen. Heute sind diese Weingärten vollständig durch Ecocert zertifiziert. François wendet teilweise sogar biodynamische Praktiken an. Die übrigen 9,5 ha der familieneigenen Weinberge werden konventionell bewirtschaftet. Deren Ertrag verkauft Rousset-Martin allerdings nach wie vor komplett an die Kooperative.

Der überwiegende Teil der Einzellagenweine aus den biologisch bewirtschafteten Weingärten wird im Keller im nicht-oxidativen ouillé-Stil ausgebaut. Rousset-Martin schätzt die extrem hohe Qualität der Terroirs von Château-Chalon sowie die relativ kühlen Temperaturen, die ein gleichmäßigeres Ausreifen der Trauben bewirken. Auf den typischen Mergel- und Kalkböden entstehen einige der außergewöhnlichsten Weine des Jura.

Bereits in der Römerzeit wurden die Weine aus der Umgebung von Château-Chalon hoch geschätzt. Als hier im Jahre 909 n. Chr. Mönche Benedektinermönche im nahen Baume-les-Messieurs die Abtei von Saint-Pierre gründeten, wirkte sich das unmittelbar auf den lokalen Weinbau aus. Seit Jahrhunderten ist Château-Chalon seither weltbekannt für seine unnachahmlichen Vins Jaunes. Das Renommee dieser Weine brachte den Bewohnern der Ortschaft beinahe aristokratischen Reichtum ein. Die Wertschätzung für den Vin Jaune ist bis heute ungebrochen. Und Château-Chalon bietet die wohl hochwertigsten Terroirs für die Erzeugung oxidativ ausgebauter Weine aus der Savagnin-Traube. Das gilt mittlerweile vermehrt auch für Weine des nicht-oxidativen ouillé-Stils.

Die Weingärten auf den Hängen unmittelbar unterhalb von Château-Chalon befinden sich auf blauen und grauen Mergelböden, die von Kalkstein durchsetzt sind. Sie liegen durchschnittlich auf 250-400m über Meereshöhe. Die süd-südwestlich ausgerichteten Hänge sind mit einem Neigungswinkel von bis zu 45% sehr steil. Das durch die zahlreichen Taleinbuchtungen wellige Relief der Landschaft schützt die Trauben vor kalten Winden, die durch das Tal der Seille wehen.

Die AOC Château-Chalon deckt rund 50 ha Rebfläche ab. Rund 20 ha dieser Fläche befinden sich an den Hängen direkt unterhalb des Ortes. Diese werden in drei Teilbereiche mit den Namen Puits Saint-Pierre, Croix Sarrant und Les Niods unterteilt. Die übrigen 30 ha erstrecken sich an den Hängen unterhalb des nordöstlichen Nachbardorfs Menétru-le-Vinoble. Hier befinden sich unter anderem die hochwertigen Lagen Aux Chaux und Clos Bacchus. 

In den 4,5 ha Rebfläche unter naturnaher Bewirtschaftung erntet Rousset-Martin alle Trauben von Hand. Nach der schonenden Pressung der Trauben in einer pneumatischen Kelter werden sämtliche Weine mit wilden Hefen spontanvergoren. Anschließend erfolgt ein 12-monatiger Ausbau in gebrauchten Holzfässern mit 228L und 600L Fassungsvermögen. Dabei durchlaufen alle Weine die malolaktische Gärung. In der Regel verzichtet François bei der Erzeugung seiner Weine vollständig auf SO2. Vor der Abfüllung wird zudem weder geschönt, noch filtriert.

Für seine Vins Jaunes greift er auf eine besondere Strategie zurück. Für die mindestens 6,3 Jahre Reifezeit der Weine unter dem berühmten Hefeflor nutzt Rousset-Martin jeweils einen kühlen und einen etwas wärmeren Keller. Dieses altbewährte Vorgehen sorgt für ein gleichmäßiges Verhältnis von Frische (kühl) und Reife (warm) sowie einen idealen Eindruck von Salzigkeit (kühl) und den berühmten Curry-Noten (warm) in den späteren Vins Jaunes. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Noch nie zuvor habe ich derart komplexe, dichte und gleichzeitig frische und trinkige Vins Jaunes verkostet. Gleiches gilt für François einzigartige nicht-oxidative Weine, die auf faszinierende Art und Weise die verschiedenen Terroirs von Château-Chalon widerspiegeln.