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Hervé Villemade

Die Domaine du Moulin befindet sich im westlichen Bereich der Sologne, genauer gesagt innerhalb der AOC Cheverny (bennant nach dem berĂŒhmten ChĂąteau), nahe Celettes am linken Ufer des Beuvron. Die Gegend zwischen der Loire und der Cher ist ĂŒber weite Teile dicht bewaldet. Die Reben hier wurzeln in nĂ€hrstoffreichem Schwemmland aus dichtem Lehm, der von Sand und Feuerstein (Silex) durchsetzt ist.

HervĂ© Villemade bewirtschaftet hier 20 ha RebflĂ€che, die gleichermaßen mit roten und weißen Rebsorten bestockt ist. Von weiteren insgesamt rund 2 ha Reben bezieht Villemade biologisch erzeugte Trauben als nĂ©gociant. Die WeingĂ€rten der Domaine erstrecken sich ĂŒber leicht hĂŒgeliges Land. SĂ€mtliche Reben stammen aus einer selection massale.

Seit Generationen betreibt die Familie Villemade nun bereits Weinbau. 1995 ĂŒbernahm HervĂ© die Domaine von seinem Vater. Dieser hatte sie wiederum von seinem Vater ĂŒbernommen. Seine Schwester Isabelle folgte ihrem Bruder vier Jahre spĂ€ter und stieß 1999 zur Domaine. WĂ€hrend HervĂ©s Vater voll und ganz auf den konventionellen Weinbau setzte, ĂŒberfĂŒhrte sein Sohn bald nach der Übernahme des Betriebes alles in eine biologische Wirtschaftsweise.

Nach dem mĂ€ĂŸigen Erfolg seiner ersten drei JahrgĂ€nge, die HervĂ© allesamt konventionell erzeugt hatte, entwickelte seine Haut zudem eine Allergie gegen Schwefel. Der junge Winzer war folglich unzufrieden und auf der Suche nach neuen EinflĂŒssen. In der Weinbauschule von Amboise begegnete er dem damaligen Dozenten Thierry Puzelat. Dieser fĂŒhrte ihn in die Welt der naturnahen Weinerzeugung ein und legte damit den Grundstein fĂŒr Villemades heutigen weltweit anerkannten Betrieb.

Vor allem geschmacklich ĂŒberzeugten HervĂ© die naturnah produzierten Weine. Gleichzeitig faszinierte ihn die PrĂ€zision, mit der sie Terroirs und Rebsorten abbildeten.

Im Jahr 2000 stellten Isabelle und HervĂ© ihre gesamte Produktion auf BIO um. In der Folge verringerten sie die ErtrĂ€ge und steigerten Bodenbewuchs und BiodiversitĂ€t in ihren WeingĂ€rten. Auch im Weinkeller kehrten sie der technisierten Vinifikation der Weine den RĂŒcken. Durch den Kontakt mit Puzelat lernte Villemade, die Verwendung des Schwefels wĂ€hrend des Vinifikationsprozesses kontinuierlich zu reduzieren. Anstelle des Schwefels setzte er gezielt das natĂŒrliche, wĂ€hrend der GĂ€rung entstehende Schutzgas CO2 zum Schutze seiner Weine ein.

Ähnlich wie so viele andere vin naturel-Winzer auch, streben die Villemades einen Lebensstil der Selbstversorgung an. Neben ihren Weinbergen bewirtschaften sie mehrere GĂ€rten, in denen sie das Obst und GemĂŒse fĂŒr die ganze Familie anbauen. Schirmherr ĂŒber die gut 2 ha umfassenden GĂ€rten ist HervĂ© ĂŒber 80-jĂ€hriger Vater.

Angesichts der BetriebsgrĂ¶ĂŸe werden die 22 ha Weinbergsböden mit einem leichten Traktor bearbeitet. Je nach NĂ€hrstoffgehalt in den Böden ist der Bewuchs zwischen den Reihen reichhaltiger oder karger. Die Arbeit an den Reben ist reine Handarbeit. Gleiches gilt fĂŒr die Ernte.

Die roten Trauben werden wĂ€hrend der Ernte in kleine Kisten gelesen. Eine strenge Vorsortierung des Leseguts erfolgt bereits im Weinberg. Die weißen Trauben werden in auf den RĂŒcken schnallbare Lesekörbe geerntet. Sie werden daraufhin unmittelbar zu einer Spindelpresse gebracht und dort unter reichlich Sauerstoffkontakt schonend und langsam abgepresst. Die Rotweintrauben wiederum presst Villemade behutsam mit einer pneumatischen Presse. Vor dem Einsetzen der SpontangĂ€rung ruhen die Moste in der Regel fĂŒr zwölf Stunden in temperaturkontrollierten Tanks. Auf diese Weise können sich die groben Trubstoffe am Boden der Gebinde absetzen.

SĂ€mtliche Weißweine werden zunĂ€chst in Betontanks vergoren, bevor sie in HolzfĂ€ssern ausgebaut werden. Die Rotweine wiederum kommen fĂŒr die GĂ€rung in hölzerne Grenier-Bottiche, in denen sie dann meist auch ausgebaut werden. HervĂ© Villemade erzeugt Weine aus den klassischen Loire-Rebsorten Sauvignon Blanc, Chardonnay, Pinot Noir, Gamay und CĂŽt (die lokale AusprĂ€gung der Malbec). Besonderes Augenmerk legt er darĂŒber hinaus auf die lokale Rebsorte Romorantin, der mit der AOC Coeur-Cheverny eine eigene Herkunftsbezeichnung gewidmet ist und die in der Gegend bereits seit der ersten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts zu finden ist. Die Romorantin-Weine haben bei Villemade eine Art Sonderstatus. Sie werden traditionell leicht oxidativ ausgebaut und erhalten dadurch ihren dichten mineralischen Charakter.

Neben seinen „Basis-CuvĂ©es“, die allesamt im Rahmen der AOC Cheverny auf den Markt kommen, produziert HervĂ© vier Spitzenweine. Diese sind allesamt stilbildend fĂŒr seine Basisweine.

La Bodice besteht in der Regel zu 80% aus Sauvignon Blanc und zu 20% aus Chardonnay. Nach der schonenden Pressung in einer Spindelpresse wird der Wein ĂŒber 12 Monate auf der Feinhefe in 228L und 500L HolzfĂ€ssern ausgebaut. Die Trauben fĂŒr diesen Wein stammen aus einem WeingĂ€rten, den HervĂ© mit Stecklingen aus einer selection massale von Reben befreundeter Winzer angelegt hat. Darunter bekannte vin naturel-GrĂ¶ĂŸen wie Clos Roche Blanche, Clos du Tue-Boeuf, Les Maisons BrĂ»lĂ©es und NoĂ«lla Morantin.

Les Acacias ist der Name fĂŒr den Spitzenwein aus der Romorantin-Traube. Auch hier bediente sich HervĂ© fĂŒr die Rekultivierung eines Teils seiner Parzellen einer selection massale. Acacias kann mit Fug und Recht als einer der wichtigsten CuvĂ©es der Domaine Villemade bezeichnet werden.

Im Rotweinbereich bilden Les Ardilles und DesirĂ© die Spitze der QualitĂ€tspyramide. Ardilles besteht zu 85% aus Pinot Noir und 15% Gamay, von Trauben aus der insgesamt 5 ha umfassenden gleichnamigen Lage. Die Böden hier sind von felsigen Manganformationen auf dichtem Lehm gekennzeichnet. Nach der schonenden Pressung wird der Most zunĂ€chst fĂŒr 20 Tage mazeriert. Nach Abschluss der SpontangĂ€rung erfolgt dann der 12-monatige Ausbau in gebrauchten HolzfĂ€ssern verschiedener GrĂ¶ĂŸe. DesirĂ© wiederum ist der rote Spitzenwein der Domaine. Er wird nur in besonderen JahrgĂ€ngen produziert und besteht zu 80% aus Pinot Noir und zu 20% aus Gamay. Nach dem Pressen der Trauben wird der Most fĂŒr diesen Wein in georgischen Tonamphoren mit 800 und 1000L Fassungsvermögen vergoren. Anschließend verbleibt der Wein dort ĂŒber bis zu sechs Monate in vollem Maischekontakt, bevor die Maische vom Saft getrennt wird. Danach verbleibt der Wein fĂŒr weitere drei Monate in der Amphore.