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Domaine Julien Meyer

Patrick Meyer ist ein Frei- und Feingeist. In seinen biodynamisch bewirtschaften Weingärten entstehen hochindividuelle Weine mit einer für das Elsass beachtenswerten Säure und Mineralität. Patrick ist ein Perfektionist im Weinberg. Mittels harter Arbeit und viel Akribie versucht er die Ideale naturnaher Landwirtschaft an seinen Reben umzusetzen. Dabei ist er ein strenger Gegner industrieller Monokulturen und beschäftigt sich intensiv mit den Ideen des Permakultur-Vordenkers Masanobu Fukuoka. Eine der Spezialitäten Meyers ist die Arbeit mit „informiertem Wasser“. Hierbei handelt es sich um Wasser, in dem eine kleine Menge an natürlichem Schwefel gelöst ist. Patrick wendet zum Pflanzenschutz seit nunmehr 4 Jahren ausschließlich dieses Mittel an. Eigenen Angaben zufolge erzielt er damit alljährlich eine 70 – 80%ige Quote bei der Bekämpfung von Oidium und Peronospora.

Im Keller greift er so wenig wie möglich ein und unterstützt seine Weine lediglich in ihrer natürlichen Entwicklung. Dabei beachtet und respektiert er die althergebrachten Traditionen des Elsass, wie beispielsweise den langen Ausbau auf der Feinhefe in alten foudres. Gerne setzt er aber auch Amphoren oder Betoneier für den Ausbau seiner Weine ein.

Aktuell tüftelt Patrick an Weißweinen mit ausgiebiger Schalenmazeration. Hierbei handelt es sich um eine Methode des Weinmachens, die im Elsass so gut wie keine Tradition hat. Die ideale Rebsorte hierfür scheint der Pinot Gris. Seine rötlich gefärbten Häute beinhalten genügend Anthocyane, um den Weinen eine tiefe Farbe sowie eine weiche Textur zu verleihen, die gleichzeitig mit einem feinen Tanninkern überrascht. Wie alle Weine des Hauses Meyer achtet Patrick auch bei seinen mazerierten Weinen auf moderate Alkoholwerte, Frische und Trinkigkeit. Eines der vielen Highlights seiner Kollektion ist ein Pinot Gris aus 1997, der getreu der Jura-Tradition über mehrere Jahre unter einem Hefeflor heranreifte. 1997 war ein Botrytis-intensiver Jahrgang mit extrem hohen Werten an potentiellem Alkohol. Daher entschied sich Patrick, ein Fass Pinot Gris nicht zu spunden, um es stattdessen eine gleichmäßige natürliche Oxidation zuzulassen. Auf diese Weise „lernte“ der Wein besser mit seiner Frucht und seinem enormen Körper umzugehen.

Patricks Weine haben stets etwas salzig-mineralisch, sind generös ohne fett zu wirken. Alle haben sie eine bemerkenswerte Textur und eine Frische, die im Elsass ihres Gleichen sucht. Sowohl seine Rieslinge, als auch seine hervorragenden Pinots Noirs bauen nicht in erster Linie auf die Frucht, sondern verkörpern Würze und Komplexität. Ihre primären Fruchtaromen sind dezent in den Wein eingegliedert, zeigen sich dabei jedoch gradlinig und genial akzentuiert.

Die Domaine Julien Meyer ist ein Familienbetieb und bereits seit 1706 im Örtchen Nothalten ansässig. Nach dem frühen Tod von Patricks Vater übernahm seine Mutter das Familienweingut. Mehr aus Kostengründen denn aus Überzeugung blieb sie dem Bioweinbau treu. Als Patrick 1982 die Weinbauschule abschloss war er es, der vermeintliche Neuerungen wie chemische und synthetische Hilfsmittel in den Weinbergen der Domaine ausbrachte. Seine Einstellung dazu änderte sich jedoch schnell. Patrick erkannte sofort, welch negative Auswirkungen diese Mittel auf seine Pflanzen hatten. So verbannte er ab 1985 Enzyme, Reinzuchthefen und künstliche Säurezusätze aus seinem Keller. Im Weinberg setzt er voll auf biologischen Weinbau. Mitte der 1990er Jahre wandte er sich dann der Biodynamie zu. Seit rund 10 Jahren verzichtet er nun schon gänzlich auf den Zusatz von SO2. Patricks Credo lautet: „Warum etwas zusetzen, was der Wein nicht braucht?“