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Domaine des Marnes Blanches

Pauline und Géraud Fromont stammen aus der Franche-Comté. Beide sind 1983 in Besançon geboren und aufgewachsen. Kennengelernt haben sie sich allerdings erst Jahre später bei einem Önologie-Lehrgang im Beaujolais. Während es Pauline im Anschluss nach Dijon verschlug, wo sie Önologie studierte, ging Géraud auf die Weinbauschule in Reims. Bereits als Kind hatte Géraud in den Weingärten seines Großvaters nahe Port Lesney ausgeholfen. Daher war beiden klar, dass sie für die Erzeugung ihrer eigenen Weine ins heimische Jura zurückkehren würden. 

2006 starteten sie im Alter von nur 24 Jahren ihr eigenes Weingut. Ihre ersten Weingärten konnten sie nahe der Ortschaft Cesancey übernehmen. Hier wachsen die Reben auf kargen weißen Mergelböden, namensgebend für die Domaine. Die rund 4 ha Weingärten kauften sie seinerzeit von der Domaine Millet. Während Géraud einige der alten Reben retten konnte, war er gezwungen, die übrigen Stöcke durch Stecklinge aus einer selection massale zu ersetzen. Die teilweise über 100 Jahre alten Anlagen mit Savagnin Muscaté, Melon Queue Rouge und Poulsard Blanc stammen aus der Zeit unmittelbar nach der Reblauskatastrophe. Sie gehören zu den ältesten in der gesamten Region.

In den Folgejahren weiteten Pauline und Géraud die Rebfläche der Domaine auf die heute Größe von rund 10 ha aus. Dafür erwarben sie Weingärten in Vincelles und Ste. Agnès, wo sich auch das Gutshaus befindet. Die Böden hier variieren von Kalkgeröll über roten Mergel bis hin zu den berühmten gryphées, grauen Tonmergelböden mit größeren Lehmeinschlüssen und einem hohen Fossilienanteil. Die Domaine des Marnes Blanches verfügt also über ein großes Portfolio an verschiedenen Bodenformationen in ihren einzelnen Terroirs. Neben den alten und teilweise beinahe verschwundenen Rebsorten des Jura erzeugen kultivieren die beiden auch Chardonnay, Savagnin (in den drei Ausführungen vert, jaune und rose), Pinot Noir und Poulsard Rouge.

Von Beginn an bewirtschaften die Fromonts ihre Weingärten biologisch. Üppiger natürlicher Bodenbewuchs schützt die Weinbergsböden vor Erosion und bietet gleichzeitig ausreichend Nährstoffe für einheimische Insekten und Mikroorganismen. Bis auf das schonende Umschichten der Böden durch einen eigens dafür umgebauten kleinen Traktor, erfolgen alle Schritte im Weinberg von Hand.

Seit 2009 sind die kompletten 10 ha der Domaine Ecocert-zertifiziert. Aktuell überführen Géraud und Pauline ihre Weingärten sogar in biodynamische Bewirtschaftung.

Für Pauline und Géraud ist Wein ein lebendiges Produkt. Sie möchten authentische Weine erzeugen, die jedes Jahr von den Wetterbedingungen und Terroirs, in denen sie entstanden sind, erzählen. Dafür ist es in ihren Augen unumgänglich, im Einklang mit der Natur zu arbeiten und Interventionen auf ein Minimum zu reduzieren. Nur auf diese Weise ist es möglich, die lange zurückgehende Tradition des Jura und das daraus resultierende Know-How bestmöglich zu nutzen und neu zu interpretieren.

Auch die Ernte der Trauben erfolgt rein manuell. In mehreren Durchgängen und über Wochen werden nur die perfekt reifen und intakten Trauben gelesen. Die Trauben aus verschiedenen Rebsorten und von unterschiedlichen Parzellen werden individuell vinifiziert. Nach der schonenden Pressung der Trauben werden die Moste spontanvergoren. Anschließend erfolgt für sämtliche Weißweine des Hauses der Ausbau in Holzfässern verschiedenen Alters und verschiedener Größe. Auch die Rotweine aus Trousseau und Pinot Noir werden nach der Fermentation in Edelstahltanks über 12 Moante in gebrauchten pièces ausgebaut. Lediglich der Poulsard verbleibt nach der Gärung zur Reife im Edelstahl.

Pauline und Géraud vinifizieren ihre ouillé-Weine im neuen Kellergebäude unweit des  Gutshauses. Der „Keller“ für die oxidativ ausgebauten Weine erstreckt sich über die drei Stockwerke des an das alte Gutshaus angeschossenen Stalls. Getreu der Tradition werden die Fenster auf beiden Seiten des Stalls die meiste Zeit des Jahres offen gelassen, um eine gute Durchlüftung des Reifekellers zu garantieren. Auf den verschiedenen Ebenen des Reifekellers herrschen verschiedene Grade an Luftfeuchtigkeit. Die ältesten Weine kommen nach ganz oben, in den wärmsten und trockensten Bereich des Gebäudes.