Coutelou

Mas Coutelou

Mas Coutelou ist eines der ältesten Bio-zertifizierten Weingüter Frankreichs. 1987 stellte man, damals noch als Mischbetrieb, als insgesamt 670. Betrieb in Gesamtfrankreich auf biologische Landwirtschaft um. Jean-Claude Coutelou, Vater des heutigen Inhabers Jean-François (genannt Jeff) gilt daher zurecht als einer der Pioniere des biologischen Weinbaus. Und das nicht nur in seiner Heimatregion, dem Languedoc, sondern in ganz Frankreich. Er beschloss diesen Weg einzuschlagen, lange bevor es populär wurde.

Das 1972 gegründete Weingut wurde in der Folge von 20 ha auf gut 13 ha verkleinert. Auch der durchschnittliche Hektarertrag wurde deutlich zurückgefahren. Im kleinen Ort Puimisson unweit von Béziers, mitten im Languedoc, wehte fortan ein anderer Wind. Jean-Claude war einer von nur sieben Winzern im gesamten Département Hérault, der auf den naturnahen Weinbau setzte. Eine Strategie, die sich bis heute auszahlt. 

Seit über 25 Jahren sind die Böden in den Weingärten der Domaine heute frei von Agrochemie und synthetischen Düngern. Längst hat sich Jeff den Erkenntnissen der Biodynamie zugewandt, um die natürlichen Abwehrkräfte der Pflanzen und das mikrobiologische Leben in den Böden weiter zu stärken. Ein eigenes Kompostsystem hilft zudem bei der Erzeugung natürlicher Dünger.

Er ist in fünfter Generation Winzer und weiß ganz genau, was er tut. Sein Wissen über den Wein und wie man ihn macht, hat er von seinen Vorfahren übernommen. Diese überlieferten ihm einen enormen Schatz an Erfahrungen hinsichtlich des Weinbaus in dieser Region Frankreichs. Zur Qualitätssicherung gibt es für Jeff folglich nur den Weg des naturnahen Weinbaus.

Seine Philosophie fußt auf einem intakten natürlichen Umfeld, der bestmöglichen Traubenqualität und geringstmöglicher Intervention. Seit vielen Jahren engagiert er sich gegen den massenhaften monokulturellen Weinbau in der Region. So startete er beispielsweise ein Projekt zur Schaffung natürlicher Rückzugsräume für einheimische Tiere, Insekten und Mikroorganismen. Dafür wurden in einigen Weinbergslagen gezielt Bäume, Büsche und Hecken gepflanzt, um die Biodiversität zu steigern und zu stärken. Coutelou betreibt einen enormen Aufwand in seinen Weingärten. Er pflegt die Polykultur, indem er einen dichten Bodenbewuchs zwischen den Reben zulässt.

Die Weingärten der Domaine decken ein weites Spektrum an Bodenformationen ab. So dominiert zwar ein Gemisch aus Ton und Kalkstein, dies ist jedoch vielerorts von verschiedenenfarbigen Mergelformationen und villafranchien (einem Gemisch aus Kies und Ton, mit hohem Siliziumgehalt) durchsetzt. Coutelou bearbeitet die oberen Bodenschichten zweimal jährlich behutsam mit einem leichten Pflug. Damit möchte er die Böden mit Sauerstoff versorgen, sie jedoch nicht unnötig durch den Einsatz von schwerem Gerät verdichten. Einige der Weingärten sind von Olivenhainen und anderem Baumbewuchs umgeben. Gemeinsam mit den gepflanzten Hecken und Büschen sowie dem dichten Bodenbewuchs in den Weingärten schützen sie vor Erosion.

Jeff bewirtschaftet in seinen Weingärten eine Vielzahl von Rebsorten. 90% der Weine von Mas Coutelou sind rot. Mit rund einem Drittel der Gesamtproduktion ist Syrah die tonangebende Sorte. Daneben findet sich mit Carignan, Mourvèdre, Cinsault und Aramon sowie Sauvignon Blanc, Muscat á Petits Grains, Viognier, Grenache Gris, Macabeu, Clairette Musqué und Carignan Blanc ein wahres Potpourri lokaler Rebsorten. 

Sämtliche Lagen werden, abgesehen von der Bodenbearbeitung, ausschließlich per Hand bewirtschaftet. Gleiches gilt selbstverständlich auch für die Ernte. Nach der Lese werden die Trauben schonend und je nach Jahrgang passend weiter verarbeitet. Gerne erstellt Jeff neue Cuvées oder wendet unterschiedliche Techniken an. Ein starres Arbeiten getreu dem Motto „das habe ich schon immer so gemacht und das bleibt auch so“ gibt es bei ihm nicht. So durchlaufen die Weine je nach Jahrgang unterschiedlich lange Mazerationen, werden mal mit und mal ohne Rappen fermentiert, usw. Ziel ist es stets, den besten natürlichen Ausdruck des jeweiligen Weins herauszuarbeiten. Dabei wird jede Rebsorte und jede Weinbergsparzelle einzeln vinifiziert.

Seit 2003 verzichtet Coutelou gänzlich auf den Zusatz von SO2 in allen Phasen der Weinbereitung. Bereits Jahre zuvor hatte er damit begonnen, seine Weine spontan zu vergären und vor der Abfüllung nicht zu filtrieren oder zu schönen. Bei der Terminierung der Füllung seiner Weine achtet Jeff streng auf den Mondkalender. Bei der Füllung seiner Weine verlässt sich Coutelou rein auf die Gravitation. Das Pumpen der Weine lehnt er strikt ab, da es sie unnötigen Strapazen aussetzt.