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Nicolas Reau

Nicolas Reau stammt aus dem Anjou. Bereits in seiner Jugend verschrieb er sich seiner ersten Leidenschaft, dem Rugby. Später frönte er seiner zweiten Leidenschaft, dem Jazz. Als Profimusiker lernte er dann in den Bistros der französischen Hauptstadt den vin naturel kennen und lieben. Mit Mitte 30 entschied er sich, sein BWL-Studium an den Nagel zu hängen und  gründete ein Weingut. Fortan frönte er seiner zweiten Leidenschaft, dem Winzerdasein.

Anders als viele seiner heutigen Freunde und Kollegen hatte Nicolas nicht das Glück, ein elterliches Weingut übernehmen zu können. Alles musste von null aufgebaut werden. Glücklicherweise konnte Nicolas sich mit dem Clos des Treilles gleich zu Beginn einen echten Rohdiamanten sichern. Der stets biologisch bewirtschaftete und mit uralten Chenin Blanc-Reben bestockte Weingarten wurde bereits im 12. Jahrhundert erstmalig erwähnt und blickt auf eine dementsprechend lange Tradition zurück. Kein Wunder also, dass dieser Weinberg namensgebend und stilprägend für Nicolas Domaine wurde.

Die Reben hier wachsen auf sehr hartem, kargen Kalkstein aus dem Jura. Sie liegen auf den Ausläufern des Massif Central und des Massif Amoricain. Mit einer Gesamtfläche von 2,2 ha zählt der Clos des Treilles zu den letzten großen ummauerten Weinbergen der Loire. Seine Mauern haben eine Gesamtlänge von anderthalb Kilometern. Die heutige Bestockung stammt aus dem Jahr 1963 gepflanzt. Mit 2 ha ist der überwiegende Teil des Weinbergs mit Chenin Blanc bestockt. Lediglich auf 20 Ar finden sich Cabernet Franc Reben.

In Sainte-Radegonde mietete Nicolas ein kleines Gutshaus mit Weinkeller unmittelbar neben dem Clos des Treilles an. Seither vinifiziert er seine Weine hier. Neben einer klassischen Chai verfügt das Weingut zudem über einen Fasskeller, in dem sich auch Nicolas Tonamphoren befinden. Sie sind in einem Schotterbett in den Boden eingelassen und bieten somit ideale Bedingungen für die Weinerzeugung. Über dem Fasskeller befindet sich Nicolas Partyraum, in dem er neben Verkostungen auch Jazz-Konzerte abhält. Gemeinsam mit seiner Freundin Sylvie Augereau lädt er regelmäßig befreundete Winzer aus der Region zum Feiern ein. Als Schirmherrin der Dive Bouteille, des nach wie vor wohl größten und wichtigsten vin naturel Salons der Welt, verfügt Sylvie über ein großes Netzwerk in der Szene und ist über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Natürlich produziert auch sie ihren eigenen Wein.

Die Reben im Clos des Treilles sind sehr dicht gepflanzt. Mit einem fast burgundischen Pflanzabstand von etwas über einem Meter, stehen bis zu 7000 Planzen auf einem Hektar. Dennoch erntet Nicolas hier mit durchschnittlich rund 30 hl einen extrem niedrigen Hektarertrag. Dies geht nicht zuletzt auf die strenge Selektion des Leseguts zurück.

Bei der Ausweitung seines Lagenportfolios achtete Nicolas akribisch auf den ursprünglichen Zustand der Weinberge. So konnte er im Nachbarort Pompois einige äußerst viel versprechende Cabernet-Franc-Anlagen übernehmen. Auch innerhalb der AOC Chinon bewirtschaftete Nicolas einige Zeit lang ein paar Parzellen mit Cabernet Franc. Dieses Projekt legte er zwischenzeitlich jedoch wieder ad acta. Heute bewirtschaftet Réau insgesamt rund  7 ha eigene Reben. Von ungefähr der gleichen Fläche bezieht er als négociant naturnah erzeugte Trauben.

Die Rotweine der Domaine werden zunächst über 4-5 Wochen behutsam und ohne Zusatz von Reinzuchthefen in 5000L Holzbottichen fermentiert. Anschließend erfolgt der Ausbau in den selben Gebinden. Diese lassen sich temperaturregulieren. Réau verzichtet bei der Erzeugung seiner Weine von Beginn an auf Additive jeglicher Art. Bereits seit 10 Jahren verzichtet er nun gänzlich auf den Zusatz von SO2. 

Nicolas Weine sind äußerst rar und gesucht. Mit seinen Spitzencuvées Victoire (Chenin Blanc) und L’Enfant Terrible (Cabernet Franc) ist er bei Top Gastronomen auf der gesamten Welt vertreten. Sein Chenin Blanc aus dem Clos de la Treille setzt jedes Jahr die Standards für die gesamte Region. Mit Enlevement Demandé und Pompois runden zwei Cabernet Francs die Kollektion der Domaine ab, die an Frische und Saftigkeit kaum zu überbieten sind. Extrem spannend sind zudem Nicolas Amphorenweine, allen voran der rote La Descente aux Amphores. Dieser extrem elegante Wein verbrachte insgesamt ein Jahr in Tonamphoren in vollem Maischekontakt.