Ratapoil

Raphaël Monnier

Raphaël Monnier war bis vor kurzem Geologie- und Geschichtslehrer. Lange Zeit versuchte er, zwei Karrieren miteinander zu vereinen. Das Lehrerdasein zog schließlich den Kürzeren. Monnier ist nämlich auch Winzer. Und das, seit kurzem, in Vollzeit. Als klassischer Quereinsteiger und Nebenerwerbswinzer war er über zehn Jahre lang das, was man im nördlichen Jura als „Ratapoil“ bezeichnet. Ein „Hobbywinzer“ also.

Doch Monnier war es immer ernst mit dem Weinmachen. Bereits 1999 startete er gemeinsam mit Jean-Baptiste Menigoz ein kleines négociant-Geschäft. Über zehn Jahre lang produzierten die beiden Weine aus Trauben, die sie von lokalen Weinbauern kauften. 2009 gründete er dann sein eigenes Weingut, dem er in Anlehnung an seinen eigenen Werdegang den Namen Ratapoil gab. 

Gemeinsam mit seiner Frau Estelle, die als Juristin im nahen Besançon tätig ist, kaufte er ein altes Gutshaus am Ortsausgang von Arc-en-Senans. Da keiner von den beiden in einer Winzerfamilie groß geworden ist, geschweige denn ein Weingut geerbt hat, muss seither die Garage des Bauernhauses als Weinkeller herhalten. Dort entstehen Raphaëls Weine, die er mit großem Geschick und einem Minimum an kellertechnischen Interventionen keltert. 

Monniers Rotweine entstehen in zwei der renommiertesten Lagen von Arbois. Hier konnte er ebenfalls 2009 kleine Parzellen in den Paradelagen Les Corvées (Trousseau) und En Paradis (Pinot Noir) erwerben. Die Weißtrauben der Domaine stammen aus Weingärten bei Vadans, einem Örtchen zwischen Arbois und Poligny. Hier bewirtschaftet Raphaël ein paar kleinere Parzellen Chardonnay und Savagnin. Die spannendste Cuvée des Hauses trägt ebenfalls den Namen Ratapoil. Sie stammt aus Weingärten im Département Doubs, die mit insgesamt zwölf der alten autochthonen Rebsorten des Jura bestockt sind. Darunter teilweise vom Aussterben bedrohte Sorten wie Béclan, Mézy, Gueuche, Gouais, Gamay Blanc, Portugais Bleu und Enfariné. Gemeinsam mit 40% Gamay Noir ergeben sie jedes Jahr den Signaturwein der Domaine. 

Die insgesamt rund 2,5 ha Rebflächen der Monniers sind biologisch zertifiziert. Raphaël wendet darüber hinaus gezielt biodynamische Praktiken zur Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte der Pflanzen, der Biodiversität und der Bodenfauna an. Abgesehen vom zweimal jährlichen Umschichten der Weinbergsböden werden sämtliche Arbeitsschritte im Wingert manuell durchgeführt.

Der Ausbau der Weine erfolgt wortwörtlich in Raphaëls Garage! Die Rotweintrauben werden bei Ratapoil allesamt entrappt und nach der schonenden Pressung einer kurzen kühlen maceration semi-carbonique in Edelstahltanks unterzogen. Diese ist in der Regel nach zehn bis 14 Tagen abgeschlossen. Die Weißweine gären hingegen länger in gebrauchten 228 L Holzfässern. Generell werden alle Weine bei Ratapoil spontanvergoren. Die Abfüllung der Weine erfolgt ohne Filtration und Schönung sowie weitestgehend ohne zugesetzten Schwefel.

Noch heute vinifiziert Raphaël seine Weine in Kleinstauflage. Die  Rotweine der Domaine stehen für trinkige Frische und transparente Eleganz. Seine Weißen besitzen enorme Tiefe und Vielschichtigkeit. Mit den Namen seiner Weine greift er lokale Begrifflichkeiten und Wortspiele auf.