Marie

Vincent Marie

Vincent Marie stammt aus der Normandie. Hier in einer der wenigen Regionen Frankreichs, in der Wein nicht die Hauptrolle spielt, wuchs seine Liebe zum Wein. Insbesondere der vin naturel faszinierte ihn nachhaltig. Vince probierte, was er in die Finger kriegen konnte. Ende der 2000er Jahre organisierte er in Caen den ersten vin naturel Salon der Region. In den folgenden Jahren knüpfte er darüber zahlreiche Kontakte zu Winzergrößen wie beispielsweise Claude Courtois.

2012 begab er sich dann für ein Jahr ins Elsass, um mehr über der Weinmachen zu lernen. Bei Patrick Meyer und Bruno Schueller sammelte er zahlreiche Erfahrungen zum biodynamischen Weinbau und zur naturnahen Weinbereitung. Hier lernte er auch Paul Gillet, den Inhaber des Touraine-Weinguts Maison Brulées kennen. Gillet überzeugte ihn, auf die Produzentenseite zu wechseln. Er war es auch, der Marie eine 1,4 ha große Weinbergsparzelle in der Auvergne vermittelte. 

Schon seit langem hatte Vince eine gewisse Vorliebe für die Vulkanweine aus Zentralfrankreich, die er vor allem über Patrick Bouju kennengelernt hatte. Der Stil der Weine faszinierte Vincent. Die Vielseitigkeit der Bodenformationen und die Ursprünglichkeit der Terroirs gaben letztlich den Ausschlag dafür, dass er sein Projekt „No Control“ in der Auvergne startete.

Maries Weingut befindet sich in Volvic, unmittelbar nördlich von Clermont-Ferrand im Herzen der Auvergne. Hier an der Volvic Côteau unterhalb des Château de Tournoël konnte er 2015 rund 3,6 ha Reben pachten. Diese gehören der Domaine de Tournoël und befinden sich unweit der Lage Beauregard Vendon, in der Vincent zuvor eine Parzelle käuflich erwerben konnte. Hier finden sich sowohl Granit-, als auch Basalt- und Kalkböden.

Marie betreibt großen Aufwand bei der Bearbeitung seiner Böden. Bei Patrick Meyer hat Vincent den Umgang mit biodynamischen Praktiken erlernt. Bei der Bewirtschaftung seiner Pflanzen und Böden kommen vor allem die berühmten 500er Mittel zum Einsatz. Darüber hinaus bringt er Mineralstoffe und Humus in den Weingärten aus, um die Nährstoffversorgung der Mikroorganismen zu gewährleisten. Er lässt auch einen üppigen Bodenbewuchs zu. Dieser soll die Biodiversität im Weinberg und die Widerstandskraft der Pflanzen stärken. Gleichzeitig erhalten die Böden dadurch einen gewissen Erosionsschutz. 

Seit 2013, also knapp 2 Jahre vor der Übernahme durch Marie, befinden sich die Weingärten in Volvic in der Überführung in die biologische Landwirtschaft. Vincents Ziel ist es, seine Weingärten in naher Zukunft sogar Demeter-zertifizieren zu lassen. Neben der Bordeaux-Brühe verwendet Vince für den Pflanzenschutz ausschließlich natürliche Pflanzenextrakte und Kräutertees. Die Lage Beauregard Vendon in der benachbarten Ortschaft Ménétrol bewirtschaftet er bereits mit dem Pferdepflug. Maschinen kommen hier nicht mehr zum Einsatz und sollen auch zeitnah aus den übrigen Weingärten verschwinden.

Im Keller arbeitet Vince im besten Sinne des Wortes naturnah. Er mischt seinen Weinen keine Additive oder Korrektive bei und entsagt bei der Weinbereitung vollständig dem Einsatz von Chemikalien. Die Weine der Domaine werden zudem nicht filtriert oder geschönt. Auch auf die Zugabe von SO2 wird komplett verzichtet.

Während der Ernte werden die Trauben von Hand in 18 kg fassende Boxen gelesen. Nach der Ankunft im nahen Weingut werden die weißen Trauben direkt und äußerst behutsam gepresst. Die roten Trauben kommen hingegen als Ganzes in einen Gärtank, wo sie zunächst für einige Zeit mazerieren, bis die Spontangärung einsetzt. Nach Abschluss der Gärung baut Vince die Weine unterschiedlich lang in Holzfässern verschiedener Größe auf der Vollhefe aus.