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„Aux Crieurs de Vins“ lautet der Name einer legendären Weinbar im nordfranzösischen Troyes. 1998 von Nicolas Vauthier und einem Freund gemeinsam eröffnet, ließen sich hier Weine finden und probieren, die man sonst nicht ins Glas bekam. Vauthier setzte bei der Zusammenstellung des Sortiments der Bar konsequent auf die damals wenig bekannten vins naturels. Über Jahre hinweg verfolgte er dabei aus erster Hand die Entwicklung vieler heute weltbekannter Winzer. Und hielt stets engen persönlichen Kontakt.

2008, zehn Jahre nach Eröffnung des „Aux Crieurs de Vins“ entschied sich Kikro, wie Nicolas von seinen Freunden genannt wird, den Versuch zu wagen und selbst Winzer zu werden. 20 Jahre zuvor hatte er bereits erfolgreich die Weinbauschule im Beaujolais abgeschlossen. Das Rüstzeug war also da. Nun ging es darum, sein Wissen aufzufrischen.

Für Kikro gab es diesbezüglich keinen idealeren Ansprechpartner als Philippe Pacalet. Dieser arbeitet bereits vielen Jahren erfolgreich als négociant in Beaune. Seine Weine stammen aus verschiedenen Lagen entlang der Côte d’Or, werden aus naturnah kultivierten Trauben produziert und unter möglichst geringer Intervention auf die Flaschen gebracht. 

Nach einigen Monaten bei Pacalet gelang es Vauthier in Avallon bei Auxerre ein geeignetes Weingut zu finden und zu übernehmen. Ähnlich wie Pacalet konzentrierte sich auch Kikro von Beginn an auf die Rolle des Weinmachers. Es kam für ihn nie in Frage, eigene Weinberge zu kaufen oder zu pachten. Wichtiger war und ist es für ihn, eine möglichst große Bandbreite an Terroirs in seinen Weinen abbilden zu können. Dieses Ziel setzt er unter konsequentem Verzicht auf Filtration, Schönung oder den Zusatz von Schwefel um. Allein auf diese Weise lassen sich transparente, präzise und ausdrucksstarke Weine erzeugen, so Kikro. Nach wie vor hält er engen Kontakt zu zahlreichen Größen der vin naturel-Szene. Diese stehen ihm gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Seine Trauben kauft Kikro grundsätzlich nur bei biologisch oder biodynamisch arbeitenden Weinbauern. Er erwirbt die Trauben zu einem Zeitpunkt, wenn sie sich noch am Stock befinden und noch nicht geerntet sind. Auf diese Weise verfügt er über mehr Qualitätskontrolle. Er ist dadurch in der Lage, den Lesezeitpunkt zu bestimmen. Gemeinsam mit seiner erfahrenen Erntemannschaft liest er sämtliche Trauben von Hand. Wenn nötig, in mehreren Durchgängen. Unmittelbar nach der Ernte wird das Lesegut in kleinen Kisten zum Weingut transportiert und dort weiterverarbeitet.

Nach einer schonenden Pressung vergärt zunächst der überwiegende Anteil der Moste spontan in großen alten Fuderfässern aus französischer Eiche. Lediglich für einige seiner Rotweine wendet Kikro eine maceration semi-carbonique an. Nach Abschluss der alkoholischen Gärung werden die Rotweine in 600L bzw. den im Burgund üblichen 228L Fässern ausgebaut. Die Weißweine verbleiben allesamt in den großen Fuderfässern. Der überwiegende Anteil seiner Fässer ist gebraucht. Über den Winter durchlaufen die Weine dann eine natürliche Klärung durch das Absetzen der Trubstoffe am Boden des Fasses. Für das Abstechen seiner Weine macht sich Kikro allein die Gravitation zunutze. Pumpen kommen nicht zum Einsatz. Bei der Abfüllung wird – wie bereits erwähnt – stets auf Eingriffe wie die Filtration oder die Schönung der Weine verzichtet. Auch auf  die Zugabe von SO2 verzichtet Vauthier gänzlich. 

Bei der Wahl des Standorts seines Weinguts entschied sich Kikro bewusst für den wenig bekannten nordwestlichen Teil des Burgunds. Hier produziert er Kaltklimaweine mit viel Spannung, Frische und Klarheit. Dabei hält er scheinbar nebenbei den traditionellen lokalen Weinstil aufrecht, der in Zeiten von Überextraktion und extensivem Holzeinsatz zunehmend verlorenzugehen scheint.