Strohmeier

Wein- und Sektmanufaktur Strohmeier

Christine und Franz Strohmeier praktizieren ganzheitlichen Weinbau. Das Wort Manufaktur ist hier nur allzu wörtlich zu nehmen. Die Strohmeier-Weine werden in reiner Handarbeit erzeugt. Ihre Trauben entstehen in einem intakten biologischen Gleichgewicht, der Grundlage des „Systems Weinberg“. 

Bereits 2003 entschieden sich die beiden konsequent für die Produktion naturbelassener Weine. Dafür verzichten sie seither vollständig auf Zusatzstoffe und Schwefel. Ihr Ziel ist es, auf diese Weise die Lebendigkeit im Wein zu bewahren und die bestmögliche Weinqualität auf die Flaschen zu bringen. 

Christine und Franz nehmen sich den Begriff der Symbiose als Grundlage für die Philosophie ihrer Arbeit im Weinberg. Durch das Zusammenleben einer möglichst großen Vielfalt von Organismen entsteht ein natürliches Gleichgewicht. Ist dieser Idealzustand erreicht, besteht für die Strohmeiers keine Notwendigkeit mehr für eine kategorische Unterscheidung zwischen Schädlingen und Nützlingen. Das System ist vielmehr intakt und in der Balance. Ein Zustand, der sich auf die Weine auswirkt.

Ein ganzheitlicher Ansatz, der von einer Gruppe von fünf steirischen Winzern geteilt wird. Neben den Strohmeiers haben sich Ewald Tscheppe (Weingut Werlitsch), Andreas Tscheppe, Sepp Muster sowie Alice und Roland Tauss zur Vereinigung „Schmecke das Leben“ zusammengeschlossen. Gemeinsam treten sie für den symbiotischen Weinbau ein, perfektionieren und propagieren einen ökologischen und nachhaltigen Weinbau sowie eine schonende und langsame Verarbeitung der Trauben. 

Gelegen ist das Weingut der Strohmeiers in St. Stefan ob Stainz in der Weststeiermark. Hier an den Hängen der Koralpe bewirtschaften sie gut 11 ha Rebflächen auf bis zu 500 m Höhe. Das Weingut selbst besteht seit dem Jahr 2000. Zuvor waren die beiden im elterlichen Weingut ab 1997 für die Sektproduktion zuständig.

In ihren Weingärten kultivieren Christine und Franz die Rebsorten Sauvignon Blanc, Chardonnay, Pinot Blanc, Muskateller, Zweigelt und Blauer Wildbacher. Letztere Sorte bezeichnen sie stets als die „wichtigste“ ihres Portfolios. Sie wird bereits seit dem 16. Jahrhundert in der Region kultiviert und stammt direkt von der Ursorte Heunisch ab. Seit jeher ist sie auch unter dem Namen „Schilcher“ bekannt. Der Blaue Wildbacher ist eng mit dem Blaufränkisch verwandt, ist jedoch weniger farbintensiv und gerbstofflastig. Nicht zuletzt aus diesem Grund werden aus ihm traditionell vorwiegend Roséweine produziert.

Die Strohmeiers kultivieren den Blauen Wildbacher auf insgesamt knapp 5 ha. Dort gedeiht er auf den in der Gegend verbreiteten sandigen und von Eisen durchsetzten Lehmböden (genannt „Opok“) auf einer Unterlage aus Gneis. Die übrigen Rebsorten wachsen in Lagen mit kargeren Böden und einer dünneren Lehmauflage.

Die Weingärten selbst werden streng biodynamisch bewirtschaftet. Nachdem 2006 offiziell die Bio-Zertifizierung erfolgte, wandten sich die beiden den Erkenntnissen Steiners zu. Pflanzliche Tees und Blütenauszüge zur Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte stellen sie seither selbst her. Die Mittel zur Dynamisierung der Böden nach Maria Thun werden stets in der Wintersaison in den Weingärten vergraben. Generell lässt Franz als strikter Gegner eines monokulturellen Weinbaus den kompletten natürlichen Bodenbewuchs intakt. Während der gesamten Saison der Traubenreife mäht er in jeder zweiten Rebzeile insgesamt lediglich zweimal. Auf diese Weise sorgt er für ausreichenden Rückzugsraum für Mikroorganismen, Insekten und Kleinstlebewesen. Im Kampf gegen Oïdium und Peronospora reduzieren die Strohmeiers kontinuierlich den Einsatz von Kupfer und ersetzen das Schwermetall durch Molke. 2011 erstmals eingesetzt hat die Molke heute das Kupfer, abgesehen von eventuell notwendigen Frühbehandlungen, weitestgehend abgelöst. 

Die Ernte der Trauben erfolgt rein manuell. Bereits in den Weingärten werden die gesunden Trauben streng herausgelesen und weiterverarbeitet. Christine und Franz ernten mit 1500 bis 3000 kg/ha sehr niedrige Hektarerträge.

Nach Ankunft der Trauben auf dem Weingut werden diese teilweise aufgebrochen, mazeriert und spontanvergoren. Der so entstandene Most bleibt unbehandelt und frei von Schwefel oder Enzymbehandlungen. Die Burgunderrebsorten und der Blaue Wildbacher werden ohne Maischestandzeit direkt weiterverarbeitet. Sauvignon Blanc und Zweigelt werden immer voll auf der Maische vergoren und anschließend in gebrauchten Holzfässern ausgebaut. Für die Rotweine kommen barriques zum Einsatz. Für alle übrigen Weine 500 L Holzfässer. Je nach Jahrgang reifen die Weine bis zu 4 Jahre im Holz.

Strohmeier-Weine werden wenn möglich ohne jeglichen Zusatz von Schwefel abgefüllt. Auch auf eine Filtration oder Schönung der Weine wird konsequent verzichtet. Ziel ist es schließlich, einen möglichst lebendigen und unverfälschten Wein in die Flasche zu bekommen.