Coolclimate Anna und Martin Arndorfer Handcrafted Grüner Veltliner Kamptal

Weingut Martin & Anna Arndorfer

Straß im Straßertale blickt auf eine lange Weinbaugeschichte zurück. Heute gehören ihre Weinberge zur DAC Kamptal, einer gut 3500 ha umfassenden Weinbauregion rund 15 km westlich von Krems an der Donau. Ähnlich wie in Krems werden auch rund um Strass seit über 500 Jahren Reben kultiviert. Die klimatischen Bedingungen an den östlichen Ausläufern der Alpen und die vielseitigen, teilweise sehr alten Bodenformationen bieten ideale Bedingungen für den Weinbau. 

Das haben auch Anna und Martin Arndorfer festgestellt. Beide stammen aus einflussreichen Winzerfamilien und haben nach Abschluss ihres Önologiestudiums erst einmal die Weinwelt erkundet. So sammelten sie Erfahrungen in ganz Europa, in Australien, den USA und sogar in Russland. Bei der Rückkehr ins heimische Straßertal stellten sie fest, dass sie bereits den perfekten Ort zum Weinmachen ihr Zuhause nennen.

Anna stammt aus der Steininger-Familie in Langenlois im Kamptal, einem der bekanntesten Familienweingüter Österreichs. Martin wiederum ist Straßertaler durch und durch. Sein Vater produziert dort noch heute Wein. Für Anna und Martin war jedoch von Anfang an klar, dass sie ihr eigenes Weingut starten würden, um einen ganz eigenen Weinstil zu definieren. Dieser fußt auf dem Handwerk der Winzerkunst, auf der Nähe zur Natur und dem Streben nach der Erzeugung unverfälschter und authentischer Weine.

Das Portfolio der Arndorfers umfasst ausschließlich hochwertige Lagen größtenteils in perfekter Südausrichtung. Darunter befinden sich bekannte Lagen wie die Rieden Gaisberg und Wechselberg sowie Hasel und Stangl. Die Reben wurzeln hier in Bodenformationen aus Urgestein, Löss und Ton. Teilweise wurden die Reben noch in den 1950er Jahren gepflanzt! Vor allem der Grüne Veltliner und der Riesling liefern prächtige Ergebnisse.

Klimatisch befindet sich das Kamptal auf dem Übergang von kontinentalem zu pannonischem Klima. Durch die Nähe zu den Alpen fallen die Temperaturen nur 15 km weiter nördlich so rapide ab, dass dort kein Weinbau mehr möglich ist. In dieser klimatischen Übergangszone entstehen äußerst spannende Weine. Die Trauben reifen anders aus, als in einem rein kontinentalen Klima. Auch das Rebsortenportfolio ist ein anderes. Auf kleinstem Raum variieren die Mirkoklimaten so stark, wie kaum irgendwo sonst.

Die umfassenden internationalen Erfahrungen hatten großen Einfluss auf die Stilistik der Arndorfer’schen Weine. So erkannte Martin beispielsweise die Wichtigkeit des Ausbaus von Weißweinen in Holzfässern. Der kontinuierliche Sauerstoffaustausch hilft aus seiner Sicht den Weinen, besser und länger reifen zu können. Auch die Erzeugung schalenmazerierter Weißweine oder der Verzicht auf die Filtration oder Schönung ihrer Weine machten die Arndorfers mehr oder weniger über Nacht zu einem der innovativsten Betriebe in der Region.

So verwundert es nicht, dass Spitzengastronomen in ganz Europa schnell auf den Betrieb aufmerksam wurden. So kam es auch, dass Martin und Anna für das Noma in Kopenhagen eine eigene Weinlinie mit dem Namen „Per Se“ erschufen. Dies sollte zur Grundlage ihrer künftigen Weinstilistik werden. Die Weine der „Per Se“-Linie werden fernab von moderner Kellertechnik oder übermäßiger önologischer Einflussnahme erzeugt. Sie entstehen im Weingarten, in einem intakten biologischen Gleichgewicht.

Anna und Martin bearbeiten ihre Reben so naturnah wie möglich. Dabei messen sie Bio- oder Demeter-Zertifizierungen relativ wenig Bedeutung zu. Stattdessen entnehmen sie sich den verschiedenen Ansätzen nur die Erkenntnisse und Ideen, die sie für richtig halten. Von besonderer Relevanz ist es für sie, besonnen vorzugehen und jeden Schritt in Weinberg und –keller sorgsam abzuwägen. 

Mittlerweile wird der überwiegende Teil der Arndorfer-Weine naturnah und unter Verzicht auf Additive und Korrektive erzeugt. Während die Weine der „Per Se“-Linie stets ohne den Zusatz von SO2 erzeugt werden, haben Anna und Martin auch bei ihren übrigen Weinen den Schwefelzusatz drastisch reduziert. Sämtliche Weine werden zudem spontan vergoren und vor dem Abfüllen nicht geschönt und wenn überhaupt nur minimal filtriert.

Gemeinsam mit seinem Freund Alwin Jurtschitsch startete Martin 2014 zudem das Projekt „Fuchs und Hase“. Neben drei verschiedenen weißen pètillants naturels keltern die beiden seit diesem Jahr unter dem gleichnamigen Label auch einen Roséperlwein. Bei der Erzeugung ihrer Weine beweisen sie Weitblick und Feingefühl. Denn auch sie werden frei von Zusatzstoffen, ohne Filtration, Schönung oder den Zusatz von SO2 erzeugt.