Winzer

Uelversheim liegt inmitten der für Rheinhessen so typischen sanften Hügellandschaft aus Weinbergen. Der Ort ist bereits seit vier Generationen Heimat des Familienweinguts Kissinger. Anfang der 2000er Jahre beschloss Vater Jürgen gemeinsam mit seinem Sohn Moritz aus Platzgründen ein neues Weingut am Ortsrand zu bauen. Moritz fasste allerdings erst Jahre später den Beschluss, selbst Winzer zu werden.

Es folgten ein Studium der Önologie in Geisenheim sowie zahlreiche Praktika bei renommierten Betrieben. Moritz selbst bezeichnet seine Zeit beim Weingut Wagner-Stempel im rheinhessischen Eckelsheim als besonders prägend.

Nach seiner Rückkehr ins elterliche Weingut war klar, dass Moritz gemeinsam mit seinem Vater den Betrieb komplett umkrempeln würde. Bereits 2016 wurde der Grundstein für eine naturnahe Bewirtschaftung der Weingärten gelegt. Zwei Jahre später gingen die Kissingers dann noch einen Schritt weiter und etablierten ihre eigene Kompostbereitung. Für beide ist das Einbringen von wertvollem Kompost in die Weingärten ein unverzichtbarer Grundpfleiler für die Erzeugung naturbelassener Weine. Ganzheitliche Wirtschaftsweise und Bewahrung der weinbergseigenen Biodiversität sind Ziele, die konsequent verfolgt werden.

Das Lagenportfolio weißt neben den Lehm-Kalk-dominierten Parzellen rund um Uelversheim auch Lagen im von Löss und Mergel geprägten Oppenheimer Herrenberg auf. Mit dem Start seiner eigenen Weinlinie im Jahr 2018 hatte Moritz die Möglichkeit, diese Vielseitigkeit für die Umsetzung seiner Weinphilosophie zu nutzen. Für Moritz bilden Mineralität, Terroirausdruck und Frische das Fundament seiner Weine. Inspiration findet er bis heute unter anderem in den naturbelassenen Weinen der Südsteiermark. Nicht zufällig setzt Moritz daher insbesondere auf Chardonnay und Sauvignon Blanc.

Das manuelle Arbeiten in den Weingärten wird groß geschrieben. Ziel ist es, nur perfekte, kerngesunde Trauben zu ernten. Nach der Handlese werden die Trauben sortiert nach Parzellen spontan in Holzfässern vergoren. Sämtliche Weine durchlaufen eine malolaktische Gärung und werden nach mindestens 10 Monaten Ausbau auf der Hefe ohne Filtration und unter einer geringen Schwefelgabe abgefüllt